1974

Schützenkönig

Wolfgang Plötz 48 Teiler
Ludwig Raab 61 Teiler
Toni Pfeilschifter 132 Teiler
Es wurde auf Blattl geschossen. Das Beste Blattl wurde Schützenkönig.

 

Vereinsmeister

Jungschützen
1. Xaver Zistler 188 Ringe
2.Günter Semmelbauer 170 Ringe
3. Erwin Hauser 165 Ringe
Junioren
1. Johann Semmelbauer 268 Ringe
2. Wolfgang Plötz 266 Ringe
3. Johann Hamperl 232 Ringe
Senioren
1. Josef Haberl 253 Ringe
2. Johann Daiminger 248 Ringe
3. Toni Pfeilschifter 248 Ringe

 

Vorstandschaft

1. Vorstand Franz Pillmeier
2. Vorstand Richard Groitl
1. Schriftführer Toni Pfeilschifter
2. Schriftführer Johann Hamperl
1. Kassier Alois Babl
2. Kassier Wolfgang Plötz, Josef Blaha, Herbert Menzke
1. Zeugwart Ludwig Zicknagel
2. Zeugwart Johann Semmelbauer jun.
Kassenprüfer Georg Zängl, Ernst Kaiser
Ausschuß Johann Semmelbauer sen., Andreas Groitl, Josef Haberl
Fahnenjunker Vachal Reinhard, Johann Semmelbauer, Hruby Manfred
Jugendbetreuer Alfred Haberl, Ludwig Zwicknagel, Josef Blaha, Herbert Menzke, Richard Groitl

 

Das 50-Jährige Gründungsfest der Talschützen:

06.04.1974 – Patenbitten

Die wohl erfreulichste Mitteilung konnte die Schirmherrin Maria Häring des Schützenvereins Thalschütz von Katzbach beim Patenbitten in Pitzling dem Festverein und dem Patenverein übermitteln, nämlich, daß sie als Schirmherrin mit 20 Hektoliter Freibier ihren Beitrag zum 50jährigen Gründungsfest leistet. „Mensch dou kema saufa“ ließen sich an einem Tisch ein paar vernehmen, als die Schirmherrin diese Botschaft kund tat.
Mit der Blasmusi Sepp Köppl wurden die Thalschützen am Ortseingang von Pitzling abgeholt und zum Gasthaus Breu geleitet. Hier versperrte ihnen nach altem Brauch ein weißes Band den Zutritt. Die Thalschützen mußten erst ihre Abbitte leisten, bevor sie eingelassen wurden. Und diese Abbitte des ersten Schützenmeisters hörte sich so an: .50 Jahre ist eine lange Zeit, welche die Thalschützen bestanden in Freud und Leid. Um dieses Jubelfest würdig zu begehen, wir heute vor Euch stehen. Zum Feste den Edelweißschützen die Patenschaft anzutragen, sind wir gekommen und haben vorsorglich gleich ein Faß Gerstensaft mitgenommen. Sagt Ihr zu so sind wir froh, dann gibt’s ein großes Hallo. Dieses und mehrere Fässer heut zu leeren, ist unser innigstes Begehren. Mit Euch in festlicher Runde zu verbringen so manche Stunde. Darum bitte ich liebe Edelweißschützen uns beim Feste gut zu stützen. Stimmt’s alle die Patenschaft mit an, so zerschneid i dös Bandl und wir stürmen hinan.“
Der Schützenmeister der Edelweißschützen gab auf diesen Antrag folgende Antwort: Die ,.Edelweißschützen“ nehmen die Patenschaft an und gewährleisten den ,.Thalschützen“ den Einmarsch.
Das Band wurde durchschnitten und die Schützen mit Begleitungen nahmen den Saal in Beschlag. Günther Rasche, Festleiter, sagte Grüß Gott dem Patenverein, der Fahnenmutter, den Festmädchen, dem Gauschützenmeister Hofbauer, der Schirmherrin, dem Ehrenschirmherrn, Bürgermeister Michael Zimmermann und etwas später auch MdL Dr. Max Fischer und Vizebürgermeister Adolf Fenk.
Bürgermeister Zimmermann als Stadtoberhaupt auch der ..Thalschützen“ sagte Glückwunsch und Dank den „Edelweißschützen“, daß sie die Patenschaft übernommen hatten, betonte natürlich auch das besondere der ..Thalschützen“, die eine Schirmherrin haben. Daß bereits gute Vorarbeit geleistet wurde, konnte er bestätigen. Dem Patenbitten und auch dem kommenden Fest wünschte er einen schönen Erfolg.
Gauschützenmeister Hofbauer lobte die „Edelweißschützen“, die er schon lange kenne und bestätigte ihnen, daß sie sicher ein guter Patenverein werden. Auch er wolle den weiteren Vorbereitungen und dem kommenden Fest einen schönen Erfolg wünschen.
Die Schirmherrin, Maria Häring meinte, daß sie keine besondere Rednerin sei und das lieber den Poltikern überlasse. Sie leiste ihren Beitrag zum Fest und stifte 20 Hektoliter Freibier. Wie diese Mitteilung aufgenommen wurde, konnte sich jeder denken, denn jeder sah sich schon mit ensprechenden Freibiermarkerln zum Fest bei dieser Menge. Schließlich brachte auch noch MdL Dr. Max Fischer seine aufwartung zum Patenbitten und kleidete seine Meinung in Gstanzln die ihre Wirkung erzielten. In froher und geselliger Runde saßen Patenverein, Festvereine mit ihren Begleitungen beisammen. Das Bier floß in Strömen, kein Wunder bei dieser Freibiermenge. Sepp Köppl spielte mit seinen Musikanten auf und gab zu allem die musikalische „Zouspeis’`, damit das Patenbitten auch ein gutes Stimmungsbarometer aufweisen konnte. Es war schon recht spät in der Früh als die letzten Patenbitter heimwärts zogen.

25.05.1974 – Arbeitvergabe

In der Zeit vom 21. – 24. Juni 1974 findet in Katzbach das 50-jährige Gründungsfest des Schützenvereins Talschütz statt. Dies war der Grund dafür, daß sich die Schützen zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus Silberberg trafen. Der Vorstand begrüßte außer den Schützen die Festdamen, die Festmutter und den Vater des Festbieres, Herrn Paul Häring. Sodann gab der Festleiter der Versammlung einen Überblick über den Stand der Festvorbereitungen. Das Festbier wird die Hofmark Brauerei aus Loifling liefern. Als Festkapelle konnte Sepp Köppl aus Roding mit seinen Mannen verpflichtet werden. 5 Schausteller werden den Besuchern zu Diensten sein. Im Zelt werden echte bayerische Schmankerl als Gaumenfreuden angeboten.
Besonders erfreut war man, als der Festleiter bekannt gab, daß nunmehr endgültig die Dollnhauser Musikanten aus der Hallertau für Montag, 24. Juni, gewonnen werden konnten. Dieser Abend sollte auf jeden Fall für die Freunde echter und guter Blasmusik besuchenswert sein, da die Dellnhauser echte bayerische Musik ohne Schau darbieten. Die Geschwister Simböck aus Braunau am Inn werden am Freitag viel Freude in das Zelt bringen. Einige Sorge bereitet noch der Samstag, da gerade an diesem Tag um 19.30 Uhr das Spiel BRD gegen DDR im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft stattfindet. Die Festleitung hat sich entschlossen, im Bierzelt 5 Farbfernseher aufzustellen, eine gute Lautsprecheranlage zu installieren und Freibier auszugeben. So hofft man, daß dieser Abend vielleicht gut über die Bühne gebracht werden kann.
Der Festleiter teilte ferner mit, daß sich für Sonntag 62 Vereine, 6 Musikgruppen und 5 anderweitige Gruppen angemeldet haben. Die anwesenden Schützen stellten sich nunmehr ohne Eigennutz in den Dienst der Sache und ließen sich für die anfallenden Arbeiten gerne einteilen. Darüber empfand der Festausschuß große Freude. Dies sollte als gutes Omen für das Fest gewertet werden können.
Als nächstes werden sich die Talschützen aus Katzbach und die Edelweißschützen aus Pitzling – der Patenverein – in der Gaststätte der Häring-Brauerei in Loifling am Freitag zur Bierprobe einfinden. Neben süffigem Bier wird es dort eine zünftige Musik und Brotzeit zur Stärkung geben.

31.05.1974 – Bierprobe

„Getrunken und für gut befunden!“ – so könnte man das Resümee über die Bierprobe des Schützenvereins „Talschütz“, Katzbach ziehen. Am Freitag abend fand in der Hofmarkgaststätte in Loifling der traditionelle Ritus zum 50jährigen Gründungsfest statt.
Eine große „Familie“ des Festvereins und des Patenvereins „Edelweißschützen“ aus Pitzling versammelte sich im Saal der Hofmarkgaststätte in Loifling. Schirmherrin Maria Häring, die Gattin des Brauereibesitzers, begrüßte als Hausherrin alle Gäste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dem Fest viel Sonnenschein und gute Laune beschieden sein werden. Mit einem Prosit kosteten sie und alle Teilnehmer – das einhellige Urteil war positiv.
Festleiter Günter Rasche konnte zahlreiche illustre Gäste begrüßen. Neben Festverein und Patenverein konnte er Ehrenschirmherrn Erich Menacher die Vorsitzenden der beiden Schützenvereine aus Katzbach, Franz Pillmeier, und aus Pitzling Andreas Plötz, Ehrenschützenmeister Johann Fenzl, Festmutter Anna Althammer, Kaplan Schwemmer aus Cham-West, Gäuschützenmeister Anton Kuchenreuter, stellvertretenden Gauschützenmeister Stelzer, dritten Bürgermeister Allescher willkommen heißen. Er wünschte allen für die bayerische Brotzeit, die die Schirmherrin gestiftet hatte, guten Appetit und viel Vergnügen bei der Generalprobe für das Gründungsfest. Die Schlagerkapelle „Tampecos“ verstand es, die Stimmung unter den Gästen schnell anzuheitzen.

24.05.1974 – Das Fest

Zu einer „strahlenden Festlichkeit“ wurde das 50jährige Gründungsfest der Katzbacher Talschützen an diesem Wochenende, nicht zuletzt durch das ideale Wetter. Die Festlichkeiten begannen am Freitagabend mit dem Einholen der Festmutter und des Ehrenschirmherrn. In zwölfmonatiger Vorbereitung hatte der Festausschuß der Talschützen mit Festleiter Günther Rasche ganze Arbeit geleistet und so hatte das Katzbacher Gründungsfest Form und Ausdruckskraft. Der Höhepunkt des Schützengründungsfestes war der gestrige Sonntag, mit dem Festgottesdienst, dem Festakt und dem nachmittäglichen Festzug durch die Straßen des Chamer Stadtteils. 64 Schützenvereiue gaben dem Festzug ein farbenprächtiges Bild, viele Ehrengäste und, Prominenz waren mit dabei. Im festlich geschmückten Ortsteil Katzbach/Loibling pulsierte an diesem Wochenende das Stadtgeschehen. Am heutigen Montag spielen die Dellnhauser Musikanten im Festzelt zum Ausklang auf, wobei auch den tanzfreudigen Besuchern Gelegenheit geboten wird, das Tanzbein zu schwingen.
Am Freitag begann der Festausschuß mit den Einholungen. Der Anfang wurde bei der Festmutter Anna Althammer gemacht und hier wurden gleichzeitig auch die Festmädchen abgeholt. Mit einem Umtrunk und einer Magenstärkung stattete die Festmutter ihren Dank für die Ehre ab. Nächste Station war der Ehrenschirmherr, Steinmetzmeister Menacher. Zu einem Ständchen vor dem Rathaus und Abholung des ersten und zweiten Bürgermeister fuhr der Festausschuß zum Marktplatz.
Weiter ging es nach Loibling zur Abholung der Schirmherrin Maria Häring, die als Katzbacherin sich der Bitte des Festvereins nicht ausschloß, Festleiter Rasche dankte ihr für die Übernahme der Schirmherrschaft und Maria Häring betonte, daß sie für den Festverein, dem sie schon bei der Fahnenweihe Fahnenbraut war, gerne die Schirmherrschaft übernommen habe. Sie wünschte ein gutes Gelingen und vor allem dem Fest schönes Wetter. Danach wurde der Patenverein „Edelweiß“ Pitzling eingeholt. Beide Vereine fielen angenehm durch ihre neue Schützentracht auf, einen Oberpfälzer Trachtenanzug, die Pitzlinger in blau mit roter Weste, die Katzbacher in braun mit rotgemusterter Weste.
Die Schirmherrin zapfte sodann den ersten Banzen an und gab damit den Start für das Geschehen im Festzelt. Sepp Köppl war nun am Drücker um mit seinen Musikanten das Stimmungs Barometer anzuheizen. Für den Freitagabend hatte Günther Rasche die beiden Simböcks aus Braunau am Inn eingeladen. Die Geschwister Simböck, oder auch die beiden „Gretln“ wie sie in Volksmusikantenkreisen genannt werden, sollten mit ihren Innviertler Landlern und ihren humorvollen Liedern Abwechslung am ersten Tag bringen. Es war für die Anwesenden sicher ein besonderes Vergnügen, diese Spitzengruppe aus dem österreichischen Innviertel zu erleben. Daß natürlich ein Festzelt kein Veranstaltungssaal ist, darüber mußte sich jeder klar sein und so war auch die Bitte des Festleiters zu verstehen, dem Auftritt der Simböcks die notwendige Ruhe entgegenzubringen. Mit Stimmung und guter Laune klang der erste Tag aus.
Am Samstagnachmittag wurden durch den Festverein und die Schirmherrin die alten Leute von Katzbach, etwa 70 Frauen und Männer, mit Bier und Bratwürsten bewirtet. Die Schirmherrin und Ehrenschirmherr
Menacher entboten den alten Leuten ihren Gruß und wünschten ihnen ein paar gesellige und frohe Stunden im Kreise ihrer Altersgenossen. Musikalisch wurde die Altenbetreuung von Max Serve mit ein paar jungen Katzbacher Musikanten umrahmt.
Mit gemischten Gefühlen sah man dem Abend mit dem Fußballspiel BRD – DDR entgegen. Fünf Farbfernsehgeräte wurden im Zelt installiert, damit die Fußballfans hier das Spiel erleben konnten. Der Besuch war auch dem Ereignis entsprechend gut. Nach der Übertragung ging es mit Schwung in das Zeltvergnügen, von dem viele Besucher Gebrauch machten und mitunter auch ihre Enttäuschung über das Ergebnis mit Festbier hinunterspülten. Dem Samstaggeschehen im Festzelt ging eine Gefallenenehrung am Ehrenmal voraus. 1.Schützenmeister Franz Pillmeier legte einen Kranz nieder und Stadtpfarrer Ludwig Baumgartner gab dazu zu verstehen, daß Gott geben möchte, daß Menschen nicht mehr auf Menschen schießen.
Der Festsonntag begann mit dem Weckruf, dem Einholen der Vereine und mit dem Kirchenzug, der von der Festkapelle Sepp Köppl angeführt und vier weiteren Kapellen begleitet wurde. Der Festgottesdienst fand auf dem Sportplatz statt und wurde von Stadtpfarrer Ludwig Baumgartner zelebriert. In seiner Ansprache an die anwesenden Schützenvereine wies er auf die Bedeutung des Schützenwesens hin, was die Schützen in ihrer langen Geschichte für ihre Heimat bedeutet hatten, daß der Name Schützen nicht von Schießen sondern von Schutz komme. Schutz der Heimat vor dem Einfall der Feinde aus dem Osten, Schutz der Kultur und Schutz des Lebens.
Die Schirmherrin Maria Häring, Festmutter Anna Althamer, die Festmädchen, Patenverein Pitzling, der Schützengau Cham, überrreichten ihre Ehrenbänder an den Jubelverein. Sie verbanden ihren Dank mit den Glückwünschen für ein weiteres erfolgreiches Bestehen des Festvereins. Schützenmeister Pillmeier, die Ehrengäste von Stadt und Schützengau, Landrat Ernst Girmindl, Bürgermeister Zimmermann, beglückwünschten den Verein ebenfalls zu seinem Fest und sprachen ihm die Anerkennung für seine geleistete Arbeit im Dienste der Schützensache und Tradition aus. Landrat Ernst Girmindl sicherte den Schützenvereinen auch weiterhin die Hilfe des Landkreises zu.

Kommentare sind geschlossen.