Pressebericht vom 18.05.2026
Quelle: Mittelbayerische Zeitung
Ein gelungenes „klingendes Cham“

Von kleinen Momenten, in denen man spürt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spricht Bürgermeister Martin Stoiber in seinem Grußwort zum Volksfest. Als solche Höhepunkte erwiesen sich wieder einmal die musikalischen Darbietungen am Festsonntag im Zuge des 58. Internationalen Musikfestes „Klingendes Cham“, das auf bewährte Weise von Reinhard Lesinski organisiert wurde.
So gestalteten fünf verschiedene Blasmusikkapellen die Gottesdienste in St. Jakob, St. Josef, in der Klosterkirche, in Chammünster und in Windischbergerdorf. Ab 13 Uhr stand dann bei sonnigem Wetter der traditionelle Festzug auf dem Programm, der sich dieses Jahr etwas verkürzt durch die von etlichen Tausenden Zuschauern gesäumte Stadt bewegte: die Lebensfreude spüren, den Augenblick genießen, Begegnung erleben.
Über 40 Gruppen nahmen in der Ludwigstraße Aufstellung, um dann über den Steinmarkt, die Hafnerstraße, den Spitalplatz, Brunnendorf und die Further Straße mit den Fahnen auf den Festplatz zu marschieren, wo sich Ehrengast Hubert Aiwanger, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dem Zug anschloss und nach der Begrüßung seine Festrede hielt, ehe alle Musikgruppen als gemeinsame Melodie den Marsch „In Harmonie vereint“ anstimmten.
Kolpingmusik führt traditionell Festzug an
Wie jedes Jahr eröffnete die Kolpingmusik Cham unter Leitung von Anton Lautenschlager den Festumzug. Ihr folgten heuer fröhlich mit Fähnchen „Servus in Cham“ winkende Kinder der Chamer Grundschule mit ihren Lehrkräften und auf dem Akkordeon begleiteten Liedern.
„Klingendes Cham“ vereint Blasmusik und Spielmannszüge, Trachten- und Schützenvereine in einem großen Umzug. Bunte Kleidung, Dirndln und Janker, Uniformen und Trachten prägten das Bild der Teilnehmer. Das Musikfest ist der feierliche Abschluss des Volksfestes.
Zum einen sorgten die neun Spielmannszüge und Fanfarencorps aus den Landkreisen Cham (Grenzfähnlein Furth im Wald in Uniformen des 17. Jahrhunderts und der Trenck-Fanfarenzug Waldmünchen), Neustadt a. d. Waldnaab (Kolping-Fanfarengruppe Tännesberg), Regen (Zellertalspielmannszug Arnbruck, Spielmannszug Teisnach und Stadtspielmannszug Viechtach mit seinen Fahnenwerfern), Rottal-Inn (Spielmannszug Eggenfelden), Schwandorf (Kolpingspielmannszug Oberviechtach) und das Freie Fanfarencorps Straubing mit ihren Trommeln und Flöten für flotte Marschmusik.
Zum anderen lockerten die Blaskapellen Kolpingmusik Cham, Musikverein Dachelhofen, Blasorchester Furth im Wald und die Stamsrieder Blasmusik das Geschehen mit volkstümlichen Weisen auf.
Internationales Flair
Die Bezeichnung „international“ gebührt dem Festzug durch das wiederholte beeindruckende Mitgestalten von Musikgruppen aus dem Nachbarland Tschechien mit den Blaskapellen Häjenka aus Mrakov, Soloradky aus Suöice sowie Horalka und den Feierabendmusikanten aus Domailice in ihren chotischen Trachten.
Jubelvereine im Festzug
Gleich drei Jubelvereine wiesen mit ihrer Teilnahme auf ihre Feste hin:
- Schützenverein Edelweiß Radling: 29.–31. Mai, 100‑jähriges Bestehen, unterstützt vom Patenverein D’Hofmarkschützen Loifling
- FFW Traitsching: 2.–6. Juli, 150‑jähriges Jubiläum, mit Patenvereinen aus Loifling und Sattelpeilnstein
- FFW Hof: 16.–20. Juli, Jubiläum mit Patenverein Haderstadl und Ehrenpatenverein Chameregg
Unter die Festzugsteilnehmer mischte sich eine Reihe von Ehrengästen, darunter Bürgermeister Stoiber, Landrat Schindler mit Frau Laura und MdL Dr. Hopp.
Schützenvereine leben Tradition
Schützenvereine leben die kulturelle Tradition seit Jahrhunderten. Mit ihrer Beteiligung zeigen sie Gemeinschaft und repräsentieren sich in der Öffentlichkeit.
Mit dabei waren: Schützenverein Cham‑West, Haidbachschützen Janahof, Talschützen Katzbach, Bergschützen Katzberg, Fröhliche Bergschützen Kolmberg, Höllbachtaler Rettenbach, Schloßschützen Waffenbrunn und Adler Willmering.
Vereine zeigen Identität und Tradition
Ebenso waren Trachtenvereine dabei, auch um Identität und Tradition zu zeigen und zu bewahren: Blaibach, D’Grenzlandbuam Cham, Chambtaler Runding, Buchbergler Windischbergerdorf und Bayerwald Waffenbrunn mit einer Kutsche.
Traditionell macht auch der Kulturverein Waldschmidthaus Eschlkam mit, diesmal mit einer Zweispänner-Pferdekutsche.
Besondere Gruppen
Weitere Besonderheiten waren:
- ASV Cham, stark vertreten mit Präsidium, Abteilungsleitern und Jugendgruppe, deren Sportler Handstand und Rad vorführten
- SV Obertrübenbach, dessen Formationen Rock Banditos und Let’s do it im November 2025 Deutsche Meister im Rock’n’Roll wurden
- Mittelalterfreunde Wilder Hauffen Furth im Wald in historischen Gewändern