Dank für die Früchte der Erde

Wenn sich der Sommer verabschiedet, nehmen das Christen zum Anlass, um eines der ältesten Feste der Geschichte zu feiern: Erntedank. Es war wieder ein prächtiges und frohes Erntedankfest in Sankt Josef. Der Frauenbund der Pfarrei hatte keine Mühen gescheut und einen Erntealtar auf den Altarstufen aufgebaut.
Der Erntealtar zeigte mit der Erntekrone in der Mitte die Vielfalt der Gärten – sowie der Feldfrüchte. Blumen, Getreideähren und davor Kartoffeln, Nüsse, Äpfel, Gurken, Weintrauben, ein Laib Brot und vieles mehr waren herbstlich dekoriert.
Vor dem Festgottesdienst bewegte sich am Sonntagvormittag bei schönstem Herbstwetter der Erntedankfestzug von Katzbach zur Pfarrkirche. Angeführt von der Kolping-Musik zogen sämtliche Ortsvereine aus Katzbach, Loibling und Katzberg sowie die Gruppen der Pfarrei mit ihren Fahnen zur Pfarrkirche, wo sie feierliches Glockengeläute empfing. Die Blumen- und Gartenfreunde trugen in ihren Körbchen die letzten Blumen des Jahres mit. Die Kinder der Kindergärten Sankt Josef und Loibling schlossen sich an.
Der anschließende Familiengottesdienst war sehr gut besucht, als Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor mit dem Altardienst in die Kirche einzog. „Manchmal wissen wir nicht, wofür wir Gott im Einzelnen danken sollen. Der heilige Franziskus von Assisi kann uns heute helfen“, sagte Pfarrer Pajor eingangs seiner Predigt und ging auf das Leben des Heiligen ein. Geboren wurde er in der kleinen Stadt Assisi vor über 800 Jahren. Sein Vater war ein reicher Tuchhändler. Er wollte, dass sein Sohn Franziskus einmal sein Geschäft übernehmen würde. Als junger Mann hatte Franziskus ausreichend Geld zur Verfügung und feierte oft verschwenderische Feste mit Freunden. Er konnte sich leisten, was er wollte. Nach einem Kampf gegen eine Nachbarstadt geriet Franziskus in die Gefangenschaft und musste ein ganzes Jahr in einem dunklen Verlies des Gefängnisses verbringen. Er fühlte sich schlecht und nur im Glauben an Gott fand er Trost. Nach der Rückkehr in die Heimat wollte er so leben, wie es Jesus getan hatte – in Armut. Er ging von zu Hause weg in die Wälder. Dort lebte er einige Zeit in der Einsamkeit. Bald gesellten sich andere Männer zu ihm. Franziskus gründete eine Gemeinschaft, die nach dem Vorbild Jesu lebte.
„Franziskus ist einer der bedeutendsten Heiligen der Christen und ist in der ganzen Welt bekannt. Franziskus gilt als ein Heiliger für Groß und Klein“, sagte der Geistliche. Es gibt viele spannende Geschichten aus seinem Leben. Es wird erzählt, Franziskus habe zu den Vögeln gepredigt und diese haben ihm zugehört.
Franziskus hat ein Gebet geschrieben, das weltbekannt geworden ist. Es ist der „Sonnengesang“, erläuterte der Pfarrer. „Alle Menschen und Tiere, alles was Gott geschaffen hatte, waren für den heiligen Franziskus Bruder und Schwester. In diesem Dankgebet öffnet er uns die Augen für das, wofür wir Gott danken sollen“, sagte Pfarrer Pajor am Schluss seiner Predigt. Kinder brachten dann Gaben zum Altar und sprachen die Fürbitten. Der Festgottesdienst umrahmte ein gemischter Chor unter der Leitung von Susanne Frisch und Gerhard Meierhofer.
Im festlich geschmückten Pfarrheim folgte schließlich ein gemütliches Beisammensein, bei dem bayerisch aufgetischt wurde. Der Frauenbund bot Kaffee und Kuchen an.
