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Vereinsscheibe der Talschützen Talschütz Katzbach 1924 e.V. Cham – Katzbach
Presse Montag, 3. Oktober 2016

„Jede Mahlzeit ist ein kleines Erntedankfest“

Pfarrei Sankt Josef feiert Erntedank mit einem Festzug – Prächtigen Erntealtar aufgebaut

kindergartenstjosef
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Die Kindergartenkinder aus Sankt Josef mit ihrer Leiterin Renate Siegl führten den Erntedankfestzug an.

Cham. (dai) Wenn sich der Sommer verabschiedet, nehmen das Christen zum Anlass, um eines der ältesten Feste der Geschichte zu feiern: Erntedank. Dabei danken die Gläubigen Gott für die Früchte in Feld und Garten sowie für alles, was an Lebensnotwendigem das Jahr über geschenkt wird. Der Frauenbund der Pfarrei Sankt Josef hatte am Sonntag einen Gabentisch mit Früchten des Sommers auf den Stufen des Altares aufgebaut.

Vom Kindergarten bis zu den Ministranten

Ein Festzug bewegte sich am Vormittag von Katzbach zur Pfarrkirche, wo ihn feierliches Glockengeläut empfing. Fast alle Ortsvereine von Katzbach, Loibling und Katzberg sowie die Gruppen der Pfarrei waren mit ihren Fahnen dabei. Die Mitglieder der Blumen-und Gartenfreunde trugen in ihren Körbchen die letzten Blumen des Jahres mit. Auch die Kinder des Kindergartens Katzbach-Loibling und die Kindergartenkinder von Sankt Josef schlossen sich bei der Bäckerei Hutterer an.

Ministranten marschierten mit ihren Wimpeln mit, dazu zahlreiche Honoratioren und Vertreter verschiedener Gremien. Die Kolping-Musik begleitete den Festzug musikalisch.

Der Familiengottesdienst war gut besucht, als Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor mit dem Altardienst zum Lied „Heut feiern wir ein Fest“ in die Kirche einzog. Seine Predigt stellte der Geistliche unter das Thema „Erntedank – Dank fürs Leben“. Vieles gebe es inzwischen das ganze Jahr, sagte Pajor, nur wenige hätten heute Gelegenheit, Gemüse und Obst selbst anzubauen. Deshalb vergesse der Mensch schnell, dass in unserer Nahrung viel Arbeit steckt.

„Tischgebet hat auch heute noch seinen Sinn“

Wenn man früher am Tisch saß, sei die Hausfrau von dieser Arbeit müde und geschafft gewesen. Da wäre das Tischgebet selbstverständlich gewesen. Zum einen war es ein Innehalten nach getaner Arbeit, zum anderen kam es aus dem Bewusstsein: Das Essen fällt nicht vom Himmel, aber dem Himmel sei Dank für das Reifen und Wachsen und für unsere Arbeitskraft. „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Tischgebet auch heute noch seinen Sinn hat. Denn jede Mahlzeit ist ein kleines Erntedankfest, deshalb wollen wir Erntedank und Lebensgeschichte miteinander verbinden“, betonte Pfarrer Pajor.

Nüsse, so der Prediger weiter, erinnerten uns daran, wie viele harte Nüsse wir im Leben knacken müssen. Von der Karotte sehe man vor der Ernte nur den Abfall. Das Köstliche und Gesunde reife im Dunkel unter der Erde. Bei einer großen Familie sei das Kartoffelschälen eine langwierige Arbeit. Genauso sei manches im Leben langwierig und nervtötend. Auch nach der Ernte der Trauben im Weinberg wäre noch viel zu tun, bis aus den Früchten köstlicher Wein wird. „Wie oft im Leben gab oder gibt es Situationen, wo wir uns eingestehen müssen, da habe ich noch etwas zu tun, da bin ich noch nicht fertig – mit mir selbst, mit anderen, mit Gott.“ Käse wachse nicht im Garten, aber gutes Weideland sei die Voraussetzung für gute Milch. Käse müsse altern, erst dann gewinne er an Qualität. Vielleicht helfe uns das ein wenig, das Alter zu akzeptieren, denn mit dem Alter würde das Leben hoffentlich auch kostbar.

„Wenn wir alle nicht nur für uns selber gelebt haben, sondern auch für andere, dann hat Gott uns dadurch zum Lebensmittel, zur Lebenshilfe für andere gemacht“, sagte Pajor.

So könne man heute Erntedank halten nicht nur für das, was wir ernten, sondern es sei auch Erntedanktag für uns selbst, für unser Leben, das wir aus Gottes Hand empfangen haben. Kinderchor und Sänger aus der Pfarrei, musikalisch von Instrumentalisten unterstützt, gestalteten den Gottesdienst mit.

Segen für das renovierte Pfarrheim

Im Pfarrheim folgte dann ein gemütliches Beisammensein. Bevor es das Mittagessen gab, erteilte Pfarrer Pajor dem renovierten Pfarrheim den Segen Gottes. Architekt Josef Berthold stellte die einzelnen Baumaßnahmen vor. Der Frauenbund bot Kaffee und Kuchen an.

talschuetz
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Die Katzbacher Talschützen in ihrer neuen Vereinskleidung zogen die Blicke vieler Zuschauer auf sich.

ogv
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Die Blumen-und Gartenfreunde aus Loibling-Katzbach trugen in Körbchen die letzten Blumen aus dem Garten mit.

kindergartenloibling
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Mit einem seltenen Fahrzeug war das Kinderhaus Loibling beim Erntedankfestzug vertreten.

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Pfarrer Dr. Kazimierz Pajor segnete den mit reicher Ernte vom Frauenbund geschmückten Altar.