Pfarrei St. Josef in "Dankes-Laune"

Die Erntekrone wurde heuer anstelle eines Festwagens auf einem mit Blumen geschmückten Handwagerl mitgeführt, doch ansonsten präsentierte sich der farbenfrohe Festzug wie alle Jahre zuvor auch. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden dabei wachgerufen, als dieser Tag in der bäuerlichen Gemeinde noch mit besonderer Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer begangen wurde.
So zog auch am Erntedank-Sonntag wieder ein stattlicher Festzug von Katzbach zur Pfarrkirche nach Cham-West, wo sich die Gemeinde zum Familiengottesdienst versammelte. Und dabei waren-wie eh und je-die Ortsvereine aus Katzbach/Loibling und Katzberg, somit 14 an der Zahl, an der Spitze des Zuges die Kolpingmusik.
Auch zahlreiche Honorationen mit der Geistlichkeit und Vertretern verschiedener Gremien hatten sich eingefunden. Die Kleinen des Kinderhauses Loibling und des Kindergarten St. Josef durften dabei sein, ebenso zahlreiche Familien, die im Kinderwagen ihre Sprösslinge mitführten und so für eine familiäre Atmosphäre sorgten.
Mit Glockengeläute wurde der Festzug bei seiner Ankunft auf dem Kirchplatz empfangen. Vor dem Altar in der Kirche hatten Mitglieder des Frauenbundes einen prächtigen Altar mit den Früchten des Feldes errichtet, der einmal mehr besondere Beachtung fand.
Der Chor war bei diesem Familiengottesdienst voll besetzt mit dem Kirchenchor unter der neuen Leitung von Eduard Ablyakimov-Maier, begleitet von einer Bläsergruppe. Miteingebunden war der Kinderchor mit abwechselnden Gesängen. Das Eingangslied “Wohin soll ich mich wenden?”, ergänzte Pfarrer Pajor bereits zu Beginn des Gottesdienstes mit “wenn unsere Herzen voll sind mit Danke”. Und so stellte der Pfarrer auch das “Danke” in den Mittelpunkt seiner Predigt.
Nach der geglückten Landung eines Flugzeuges gibt es Applaus der Fluggäste, so Pajor. Auch das Erntedankfest gleicht einer Landung, eine glückliche Landung der Ernte, auch dafür müsste es Applaus geben. Doch manchen “unter uns” ist vielleicht nicht nach danken zumute. Andere sagen: “Ich weiß nicht recht , wem ich danken soll oder braucht Gott denn meinen Dank?”
Viele Menschen von heute leben abseits von Gärten und Feldern. Sie sind “Verbraucher”. Sie erfahren sich nie als “Empfänger” von Wundergaben der Schöpfung? Erntedank ist ein ausdrückliches Fest des Schöpfers und der Schöpfung. Es konfrontiert “uns” sinnlich mit dem Wunder der Natur.
Einen besonderen Höhepunkt erlebten die Kirchenbesucher am Schluss des Gottesdienstes. Orgel, Bläser, Kirchen und der Kinderchor stimmten gemeinsam und abwechselnd mit dem Volk “Großer Gott, wir loben dich” an. Stehender und langanhaltender Applaus für den Chor, auch als Danke zum Erntedankfest.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die Gemeinde in das Pfarrheim zu einem Mittagessen und geselligen Beisammensein eingeladen.